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Die Vereinsgeschichte

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Windsurfen in Gronau

Windsurfen, ein bis in die siebziger Jahre auch in Gronau unbekannter Sport. Die Pioniere, mitleidig belächelt als Segler, die mit dem Bügelbrett über`s Wasser fuhren, brachten den Sport aus den USA nach Deutschland. Am westlichen Dreiländersee, dem heutigen Badesee führte das Aktuelle Forum Ahaus die ersten Windsurfkurse in Gronau durch. Hans Brömmelhaus und Georg Grosche unterrichteten eine Vielzahl von sportbegeisterten in Wochenendkursen. Im Laufe der Jahre entstand so eine kleine Surfszene. Für eine weitere Ausbildung und die Teilnahme an Wettkämpfen sollte dann ein eigener Verein gegründet werden, nachdem die Windsurfer vergeblich versucht hatten, in der Wassersportabteilung Vorwärts Gronau Fuß zu fassen.

Am 4. Juli 1981 war es dann soweit, eine Gründungsversammlung fand unter freiem Himmel am Dreiländersee statt. Zwanzig Mitglieder schrieben sich am selben Abend noch in die Mitgliederliste ein. Zum ersten Vorsitzenden wählte die Versammlung Manfred Lenz, zu seinem Stellvertreter wurde Hans Brömmelhaus gewählt, die beide zusammen diese Ämter bis zum heutigen Tag ausüben. Petra Büning als Kassiererin und Bernd Böing als Schriftführer komplettierten den Vorstand. Innerhalb kürzester Zeit stieg die Mitgliederzahl auf etwa 80 Personen an und eine eigene Jugendabteilung mit dem Jugendobmann Wolfgang Rohde verschrieb sich dem Breitensport. Kinder und Jugendliche erlernten das Surfen und maßen sich in den ersten Vereinsregatten auf dem kleinen See.

Wochenendtrips an die holländische Küste sorgten dafür, dass sich weitere Surfer dem "Windsurfingclub Dreiländersee e.V." anschlossen.

Ein breites Betätigungsfeld des Vorstandes ergab sich durch den fast fertiggestellten östlichen Teil des Dreiländersees, der jedoch für den Windsurfingsport nicht genutzt werden durfte. Zahllose Gespräche und Schreiben mit verschiedenen Stellen, unterstützt durch den Deutschen Segler Verband und den Landesseglerverband Nordrhein-Westfalen, denen sich der neu gegründete Verein der "Stehsegler", sofort angeschlossen hatte, führten im Jahre 1984 zum Abschluss eines Pachtvertrages mit der Stadt Gronau.

Mit dem angepachteten Gelände hatte der Club eine feste Heimstatt gefunden. Als nächstes Ziel wurde die Errichtung eines Clubhauses in Angriff genommen. Mit Unterstützung verschiedener Stellen, an der Spitze die Stadt Gronau, konnte das Vorhaben verwirklicht werden. Die Mitgliederzahl hatte die Hundert bereits weit überschritten, er wurde größter Verein seiner Art im Altkreis Ahaus.

Am 31. Mai 1986 war es dann soweit. Mit einem großen Fest und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung eröffnete der Sportausschussvorsitzende Heiner van den Bosch das Clubhaus. Als Ehrengäste konnten Vertreter des Deutschen Segler Verbandes aus Hamburg, des Landesseglerverbandes NRW aus Düsseldorf und Vertreter umliegender Sportvereine begrüßt werden. Ein grosses Unterhaltungsprogramm unter Mitwirkung der Gronauer Stadtkapelle ließ diesen Meilenstein in der Entwicklung des Windsurfingclubs für viele unvergessen werden.

Neben der Infrastruktur hatte der Vorstand aber auch die sportliche Entwicklung des Windsurfingsports nicht aus den Augen verloren. Eine aktive Gruppe von Regattasurferinnen und -surfern meldete sich zunächst für kleinere Regatten im Umfeld. In Rheine oder Nordhorn bezahlten die Jugendlichen jedoch reichlich Lehrgeld, sie fanden sich zunächst am Schluß der Felder wieder.

Regelmäßiges Training führte aber nicht nur zu Achtungserfolgen: Andrea Rohde, Kai Engels, Ingo Schacht und Detlef Lange, später auch Florian Heß, räumten in den Jahren 1985 bis 1988 die Pokale bei verschiedenen Regatten ab.

Bei den Deutschen Meisterschaften im Jahre 1984 erreichte die damals 18jährige Andrea Rohde einen hervorragenden vierten Platz auf dem Dümmersee. Im Jahre 1988 veranstaltete der Gronauer Windsurfingclub zusammen mit Clubs aus Nordhorn, Hörstel, Schüttorf und Neuenkirchen die "Drei-Seen-Regatta", die sich bis auf den heutigen Tag als "Vier-Seen-Regatta" mit weiteren Vereinen zu einer Einstiegsregattaserie entwickelt hat. Alle späteren Titelträger und erfolgreichen Einsurferinnen und -surfer aus Gronau haben in dieser Regattaserie mit dem Regattasport begonnen.

Im Jahre 1988 tauchte bei den Vereinsmeistern auch zum ersten Mal der Name der damals 16jährigen Marion Schmidt auf, die den Namen des Windsurfingclubs aus Gronau bis in die Weltspitze hinein bekannt machte. 1989 berief der damalige Bundestrainer Achim Hantke Marion Schmidt in den Nationalkader. Für Marion Schmidt ergab sich dabei die besondere Schwierigkeit, nach den Erfolgen in der Flachbrettklasse sich in der neu geschaffenen olympischen Klasse A 390 zurechtzufinden. Während das Flachbrett sich noch mit dem anfangs zitierten "Bügelbrett" vergleichen läßt, erfordert der A 390 eine Umstellung der Fahrtechnik, da er, bedingt durch seine Bauform eines in der Länge durchgesägten Baumstammes, in der Welle ein ausgeprägtes Eigenverhalten zeigt. Auf der Kreuz, dem Regattakurs gegen den Wind, war der A 390 nicht zu schlagen, während er sich bei schnelleren Kursen bockig zeigte und seine Fahrerin häufig abwerfen wollte.

In der Deutschen Rangliste belegte Marion Schmidt im Jahr 1989 einen dritten Platz und nahm als Fernziel die Olympischen Spiele im Jahr 1992 in Barcelona ins Visier. Beim ersten Ball des Sport wurde Marion Schmidt zur "Gronauer Jugendsportlerin des Jahre 1989" gewählt. Im Jahre 1990 schrieb die Fachpresse über Marion Schmidt als "weltbeste Allroundsurferin". Was war geschehen?

Bei den IYRU-Jugendweltmeisterschaften 1990 in Muiden/NL wurde Marion Schmidt durch den Deutschen Segler Verband als einzige Deutsche in der Mistral-Klasse (Raceboard) gemeldet. Nach zehn spannenden Regattatagen stand Marion Schmidt vom Gronauer Club als Vizeweltmeisterin fest. Sie sorgte damit für einen bis dahin in dieser Klasse nicht erreichten Erfolg des Deutschen Segler Verbandes. Nur einige Wochen später war die Gronauerin wieder am Start. Diesmal bei den IBSA-Jugendweltmeisterschaften in Weymouth/GB. Auf dem Olympiaboard A 390 konnte sie ebenfalls den Vize-Weltmeistertitel erringen. Ihr war in zwei völlig unterschiedlichen Wertungsklassen dieser tolle Erfolg gelungen. Die Wahl zur "Gronauer Jugendsportlerin des Jahres 1990" gewann Marion Schmidt mit riesigem Vorsprung. Sie wurde durch den Bürgermeister geehrt und erhielt als erste Sportlerin aus Gronau die Goldene Sportmedaille des Kreises Borken.

Im Kielwasser Marion Schmidts fuhren aber schon andere Surferinnen und Surfer aus der Jugendabteilung. Silke Lammers hatte sich dem Regattafahren verschrieben und trainierte eisern. Manche Trainingseinheit absolvierte sie mit Marion Schmidt und auf den Regatten in Deutschland wurden beide Surferinnen zu festen Größen.

Auf dem Möhnesee gelang Silke Lammers dann der erste große Wurf. Sie schlug sämtliche männlichen Jugendlichen und wurde "Landesjugendbeste von NRW 1991". Marion Schmidt versuchte im Jahr 1991 die Qualifikationen für die Olympischen Spiele 1992 zu erfüllen. Nach dem Wechsel von den Jugendlichen zu den Seniorinnen hatte sie es besonders schwer, erreichte bei den Europameisterschaften im polnischen Puck zwar Plazierungen als drittbeste Deutsche, aber keine der deutschen Surferinnen erreichte die Olympianorm.

Zu einem Triumph wurde die Wahl zur "Sportlerin des Jahre 1991". Silke Lammers erreichte den Titel bei den Jugendlichen, Marion Schmidt wurde Titelträgerin bei den Damen.

Neben den beiden Erfolgssurferinnen ließen auch die Jugendlichen Philip Steven, Marco Stillings und Ralf Bendfeld mit Erfolgen bei nationalen Regatten aufhorchen. Was lag also näher, als eine Jugendmannschaft zu bilden und zur Deutschen Mannschaftsmeisterschaft zu melden. In nur einem Jahr schaffte die Jugendmixedmannschaft mit Silke Lammers, Philip Steven, Marco Stillings und Ralf Bendfeld den Aufstieg in die höchste deutsche Klasse, die Surf-Bundesliga.

Marion Schmidt fuhr auf internationalen Regatten in Europa und Asien. Ihr sechster Platz bei den Weltmeisterschaften in Spanien ließ sie nach der verpassten Chance der Olympischen Spiele 1992 in die Erfolgsspur zurückkehren. Für das Jahr 1992 wurde die Bundesligamannschaft durch Marion Schmidt verstärkt.

Wegen ihrer Berufsausbildung konnte sie international nicht mehr starten, gab jedoch mit ihrer Erfahrung der jungen Bundesligamannschaft mit Silke Lammers, Philip Steven und Marco Stillings Selbstvertrauen und Sicherheit.

Nach Erreichen des Finales vor Warnemünde war die Überraschung perfekt. Der Aufsteigerclub hatte auf Anhieb den Titel in der Mixed-Wertung der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft gewonnen. In der Zwischenzeit hatte sich ein neues Surftalent etabliert. Christian Kloster verblüffte in seiner ersten Regattasaison Konkurrenten und Trainer. Bei den nordrheinwestfälischen Jugendmeisterschaften 1993 holte er sich den Titel. Beeindruckend und als Beweis für die gute Jugendarbeit, die Karsten Woltering leistet. Die Plätze 2 bis 5 wurden durch Philip Steven, Marco Stillings, Ralf Bendfeld und Dirk Bartsch belegt. Mit Silke Lammers stellten die Gronauer auf dem 7. Platz die beste weibliche Jugendliche.

Der Windsurfingclub festigt seinen Ruf als erfolgreichster Gronauer Sportclub. Marion Schmidt fährt bei der Kieler Woche auf den 2. Platz bei den Damen. Christian Kloster wird zum zweiten Male Landesjugendmeister und die Bundesligamannschaft mit Marion Schmidt, Silke Lammers, Christian Kloster und Roland Krummen hat das Finale der Surfbundesliga erreicht.

Am 13 Januar 1996 erhielt der Windsurfingclub Dreiländersee 10.000 Euro als Förderpreis und das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung

Auf die Fortsetzung der Erfolgsstory darf man gespannt sein.

Manfred Lenz

Verleihung der goldenen Ehrennadel an Manfred Lenz am 10.03.2007

Als Vorsitzender des WSC Dreiländersee e.V. seit der Gründung im Jahre 1981 hat Manfred Lenz vorbildliche ehrenamtliche Leistungs- und Einsatzbereitschaft bewiesen. Der WSC hat unter seiner Führung viele Erfolge im Windsurfen erreicht. Von der Silbermedaille bei den Jugendweltmeisterschaften der ISAF 1990, über die Auszeichnung für hervorragende Talentförderung 1995 bis hinzu wiederholten Teilnahmen von Mitgliedern des WSCD an Jugendweltmeisterschaften in den letzten Jahren.

Diese besondere Beziehung zum Windsurfen führte in auch zum SV NRW. Im Jahr 1987 gehört er zunächst als Mitglied dem Windsurfingausschuß Breitensport an. Ab 1991 wird er als dessen Ausschussvorsitzender gewählt, wurde 1989 als Segelsurfobmann in den Vorstand des SVNRW gewählt und 1996 auf eigenen Wunsch ausgeschieden und ist seit 2000 Landesjugendobmann des SVNRW gewesen.

Darüber hinaus ist Manfred Lenz seit 2003 Mitglied des Präsidium des DSV.

Enno Klapper

Richtlinie zur Vergabe der silbernen und goldenen Nadel!

 

SV-NRW-Seglertag 02.04.2011


Auf dem Verbandsseglertag des SV-NRW wurden Aloys Wierling und Werner Stillings mit der silbernen Ehrennadel für ihre unermüdlichen ehrenamtlichen Tätigkeiten geehrt. Verleihung
zuletzt geändert am 03. April 2012 01:12 TOP Ranking-Hits Kontakt: Webmaster